Worauf Sie bei flexiblen Arbeitsmodellen als Quereinsteigende achten sollten

Veröffentlicht am: 24.09.2026Kategorie: Jobsuche

Ein beruflicher Quereinstieg bringt viele Veränderungen mit sich: neue Aufgaben, neue Abläufe, ein neues Umfeld und oft auch eine neue Rolle. Gleichzeitig stellt sich bei der Jobsuche die Frage, welches Arbeitsmodell zum neuen beruflichen Alltag passt. Teilzeit, Homeoffice, hybride Arbeit oder flexible Arbeitszeiten können den Einstieg erleichtern, sie können ihn aber auch anspruchsvoller machen.

Gerade als Quereinsteigerin oder Quereinsteiger lohnt es sich deshalb, nicht nur darauf zu achten, ob ein Unternehmen flexible Arbeit ermöglicht, sondern auch darauf, wie diese Flexibilität im Alltag umgesetzt wird.

Flexibel ist nicht gleich flexibel

Unter dem Begriff "flexibles Arbeiten" werden unterschiedliche Modelle zusammengefasst. Manche Unternehmen bieten Homeoffice an, andere ermöglichen flexible Anfangs- und Endzeiten. Hinzu kommen Teilzeitmodelle, Jobsharing oder hybride Modelle, bei denen sich Arbeit vor Ort und von zu Hause abwechseln.

Für Quereinsteigende ist diese Unterscheidung besonders wichtig. Wer in ein neues Berufsfeld wechselt, muss häufig nicht nur die internen Prozesse eines Unternehmens kennenlernen, sondern sich gleichzeitig neues Fachwissen und neue Arbeitsweisen aneignen.

Fragen Sie sich deshalb zunächst: Welche Form von Flexibilität brauche ich tatsächlich? Geht es Ihnen darum, einzelne Tage von zu Hause arbeiten zu können? Benötigen Sie aufgrund Ihrer familiären Situation ein reduziertes Pensum? Oder sind Ihnen vor allem flexible Arbeitszeiten wichtig?

Je genauer Sie Ihre eigenen Bedürfnisse kennen, desto besser können Sie beurteilen, ob ein Stellenangebot wirklich zu Ihnen passt.

Achten Sie besonders auf die Einarbeitung

Eine gute Einarbeitung ist bei jedem Stellenwechsel wichtig. Beim Quereinstieg bekommt sie jedoch eine zusätzliche Bedeutung. Viele Abläufe und Aufgaben, die für erfahrene Berufsleute selbstverständlich sind, müssen Sie möglicherweise erst kennenlernen.

Homeoffice kann in dieser Phase Vor- und Nachteile haben. Einerseits bietet das Arbeiten von zu Hause Ruhe, um sich mit neuen Inhalten auseinanderzusetzen. Andererseits fehlen möglicherweise spontane Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen: eine kurze Rückfrage am Schreibtisch, das gemeinsame Mittagessen oder die Möglichkeit, einer erfahrenen Person bei einer Aufgabe über die Schulter zu schauen.

Das bedeutet nicht, dass ein Quereinstieg nur in Präsenz funktionieren kann. Entscheidend ist vielmehr, wie Zusammenarbeit organisiert wird. Ein hybrides Team mit regelmässigen Meetings, erreichbaren Ansprechpersonen und einer guten digitalen Zusammenarbeit kann eine sehr gute Lernumgebung bieten.

Informieren Sie sich deshalb bereits im Bewerbungsprozess darüber, wie die ersten Wochen und Monate gestaltet werden. Gibt es einen Einarbeitungsplan? Haben Sie eine feste Ansprechperson? Finden regelmässige Feedbackgespräche statt? Und wie häufig arbeitet das Team gemeinsam vor Ort?

Ein flexibles Arbeitsmodell ist besonders dann hilfreich, wenn gleichzeitig sichergestellt ist, dass Sie die notwendige Unterstützung erhalten.

Teilzeit kann den Quereinstieg erleichtern – aber auch verlängern

Nicht jeder Quereinstieg muss mit einem Vollzeitpensum erfolgen. Ein reduziertes Pensum kann beispielsweise interessant sein, wenn Sie parallel eine Weiterbildung absolvieren, familiäre Verpflichtungen haben oder den Wechsel schrittweise angehen möchten.

Dabei sollten Sie allerdings berücksichtigen, dass weniger Arbeitszeit auch weniger Zeit zum Lernen bedeutet. Bei einem Pensum von beispielsweise 60 Prozent erleben Sie bestimmte Abläufe seltener als eine Person, die an fünf Tagen pro Woche im Unternehmen ist. Entsprechend kann es länger dauern, bis Sie sich vollständig in der neuen Rolle zurechtfinden.

Entscheidend ist deshalb nicht nur die Höhe des Pensums. Ebenso wichtig ist, wie Ihre Arbeitszeit verteilt wird und ob die Aufgaben realistisch zu diesem Pensum passen.

Schauen Sie bei Stellenanzeigen genauer hin

"Flexible Arbeitszeiten" oder "Homeoffice möglich" klingt zunächst attraktiv. Solche Formulierungen sagen jedoch noch wenig darüber aus, wie flexibel die Stelle tatsächlich ist.

Achten Sie deshalb auf konkrete Angaben. Nennt das Unternehmen beispielsweise eine bestimmte Anzahl Homeoffice-Tage? Gibt es Kernarbeitszeiten? Ist ein Mindestpensum vorgesehen? Muss das Team an bestimmten Tagen vor Ort sein?

Fehlen solche Informationen, ist das kein Ausschlusskriterium. Es bedeutet lediglich, dass Sie im weiteren Bewerbungsprozess genauer nachfragen sollten.

Nutzen Sie das Bewerbungsgespräch, um konkrete Fragen zu stellen

Das Bewerbungsgespräch dient nicht nur dem Unternehmen dazu, Sie kennenzulernen. Auch Sie sollten herausfinden, ob die Rahmenbedingungen zu Ihrem geplanten Quereinstieg passen.

Statt lediglich zu fragen, ob Homeoffice möglich ist, können Sie konkreter werden: Wie sieht eine typische Arbeitswoche im Team aus? Wie wird die Einarbeitung organisiert? Welche Aufgaben lassen sich gut von zu Hause erledigen? Wie funktioniert der Austausch im Team an Homeoffice-Tagen? Gibt es feste Präsenztage? Wie flexibel lassen sich Arbeitszeiten tatsächlich gestalten?

Solche Fragen helfen Ihnen, ein realistisches Bild vom Arbeitsalltag zu bekommen. Gleichzeitig können Sie Ihre eigenen Erwartungen frühzeitig mit denen des Unternehmens abgleichen.

Wählen Sie das Arbeitsmodell passend zu Ihrer aktuellen Situation

Vielleicht ist Ihr langfristiges Ziel eine Stelle mit möglichst viel Homeoffice. Für die ersten Monate Ihres Quereinstiegs kann jedoch mehr Präsenz sinnvoll sein. Umgekehrt kann ein reduziertes Pensum genau die Freiheit schaffen, die Sie für eine Weiterbildung oder andere Verpflichtungen benötigen.

Ihr ideales Arbeitsmodell muss deshalb nicht für immer gleich aussehen.

Besprechen Sie mit potenziellen Arbeitgebern, ob sich die Rahmenbedingungen mit zunehmender Erfahrung verändern können. Vielleicht starten Sie mit mehr Präsenztagen und reduzieren diese später. Oder Sie erhöhen Ihr Pensum, sobald eine begleitende Weiterbildung abgeschlossen ist.

Diese Perspektive macht flexible Arbeit tatsächlich flexibel.

Flexibilität sollte Ihren Quereinstieg unterstützen

Flexible Arbeitsmodelle können einen beruflichen Neustart deutlich erleichtern. Entscheidend ist jedoch, dass sie zu Ihrer persönlichen Situation und zu den Anforderungen des neuen Berufsfeldes passen.

Schauen Sie deshalb über Begriffe wie "Homeoffice" und "flexible Arbeitszeiten" hinaus. Informieren Sie sich über Einarbeitung, Zusammenarbeit, Erreichbarkeit, Präsenzzeiten und die konkrete Ausgestaltung des Pensums.

Gerade beim Quereinstieg sollte Flexibilität nicht bedeuten, möglichst wenig vor Ort zu sein. Sie soll Ihnen die Rahmenbedingungen geben, unter denen Sie lernen, sich weiterentwickeln und in Ihrem neuen Berufsfeld ankommen können.

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