Feedback am Arbeitsplatz

Veröffentlicht am: 05.08.2019

Feedback geben ist etwas ganz Alltägliches. Wir tun es sozusagen ständig, indem wir etwas gut oder schlecht finden und es unserem Umfeld mitteilen. Im Arbeitsalltag spielt Feedback geben aber eine entscheidendere Rolle. Hier geht es um weit mehr als sich über den persönlichen Geschmack des Mittagessens auszutauschen. In der Berufswelt erweist sich ein kompetentes und soweit wie möglich objektives Feedback als ein komplexes Thema. Denn Rückmeldung zu erhalten über sein Arbeitsverhalten oder Auftreten, ist enorm wichtig für die persönliche als auch die berufliche Weiterentwicklung. Dabei kommt es nicht nur auf das Worüber an, sondern insbesondere darauf, wie ein Feedback gegeben wird.

Warum überhaupt Feedback geben?

Rückmeldung zu geben, dient einerseits dazu Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, aber auch Ansprüche oder Erwartungen auszusprechen. Feedback zu geben, braucht es um zwischenmenschliche Beziehungen aufrecht zu erhalten, für das gegenseitige Verständnis und Vertrauen. Im Berufsalltag dient es insbesondere auch dazu, um berufliche Leistungen zu verbessern sowie als Arbeitsmotivation. Ein konstruktives Feedback ermöglicht das Anbringen von positiver als auch negativer Kritik.

Wie sollte ein Feedback nicht sein?

Eine Rückmeldung zur persönlichen Arbeitsweise beinhaltet meistens nicht nur Lob, sondern auch Kritik und berührt somit auch immer sensible Bereiche. Es gibt fast nichts nervigeres als unerwünschten Rat oder Kritik. Falsch formuliert, zu einem ungünstigen Zeitpunkt geäussert, wird Feedback schnell als autoritäre Belehrung, persönlicher Angriff oder sogar als Demütigung verstanden und aufgenommen. Was gut gemeint war, kann schnell Schwierigkeiten auslösen oder sogar verstärken.

Eine Rückmeldung, die auf die individuelle Leistung abzielt, ist immer eine private Angelegenheit und sollte nie zwischen Tür und Angel oder vor den anderen Mitarbeitern geäussert werden. Beginnen Sie ein Feedback immer mit etwas Positivem, auch wenn das eigentliche Kernthema eine Veränderung zum Ziel hat.

Das Feedback soll zwar persönlich bezüglich des Gegenübers sein, aber auf keinen Fall dürfen Sie dabei persönlich werden, indem Sie sich direkt auf die Person beziehen. Dementsprechend sind nicht Ihre Ansichten und Auffassungen der Massstab, sondern die des Unternehmens. Aus diesem Grund sollten Sie auch immer sachlich vermitteln und auf keinen Fall emotional oder moralisierend auftreten.

Den richtigen Zeitpunkt gibt es nicht, aber es gibt passende und unpassende Momente. Befinden Sie sich oder Ihr Gegenüber gerade in einem emotionalen Ausnahmezustand? Dann besser noch etwas abwarten. Feedback kann auch nur dann sinnvoll ausgesprochen und aufgenommen werden, wenn sich auch beide Parteien wohlfühlen.

Drei einfach Schritte

Feedback geben ist sicherlich nicht einfach, aber auch keine geheime Wissenschaft. Wenn Sie Ihrem Gegenüber ein Feedback geben wollen, dass für ihn hilfreich ist und zugleich alle wichtigen Aspekte vermittelt, sollten Sie diese drei Schritte beachten:

  1. Zeigen Sie Ihre Sicht der Dinge

Bei einem Feedback, so objektiv es auch sein soll, geht es auch immer um Ihre persönliche Wahrnehmung.  Darum berichten Sie zuerst einmal, wie Sie etwas sehen, empfinden oder beobachten.

  1. Erklären Sie Ihren Standpunkt

Danach sollten Sie erklären, welche Schlüsse Sie aus Ihren Beobachtungen ziehen und wie die Situation dementsprechend auf Sie wirkt. Eine Formulierung wäre zum Beispiel: Für mich fühlt es sich so an, als ob…

  1. Benennen Sie Ihre Erwartungen

Abschliessend sollten Sie Ihre Erwartungen so formulieren, dass Ihr Gegenüber zu einer Handlung aufgerufen wird. Stellen Sie sich die Frage(n): Was erwarten Sie anschliessend von Ihrem Gegenüber? Was soll jetzt anders werden?

Vom Geben und Nehmen

Tatsächlich fällt es vielen Menschen leichter, einen Ratschlag auszusprechen als ein wertvolles Feedback auch anzunehmen. Viele fühlen sich dann gedrängt, sich rechtfertigen zu müssen oder eine Erklärung abzugeben. Warum eigentlich? Derjenige, der ein Feedback ausspricht, beginnt meistens damit, die gegenwärtige Situation vorgängig zu analysieren. Diese Person befindet sich dann geistig bereits auf einem höheren Abstraktionsgrad als das Gegenüber. Der Feedbackempfänger denkt in diesem Moment so gar nicht abstrakt über sein Problem nach und schon gar nicht über dessen Bewältigung. In diesem Sinne fühlt sich der Empfänger meistens dazu gedrängt, sich zu rechtfertigen.

Ein konstruktives Feedback geben, dabei sein Gegenüber aber nicht verletzen, sondern unterstützen, ist gar nicht so einfach. Feedback ist eine elementare Grundvoraussetzung für eine konstruktive Zusammenarbeit, die sich schlussendlich für beide Seiten lohnt. Möchten Sie noch mehr Tipps erhalten zum Thema Feedback, dann schauen Sie doch auch mal hier vorbei.

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